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Backen mit weniger Zucker

VivienW

đź’› Erfahrungsbericht

Backen mit weniger Zucker: Wie ich meine Ernährung umgestellt habe – und warum gesund abnehmen ohne Diät bei mir tatsächlich möglich wurde

Frisch gebackene Mandelkekse mit wenig Zucker.

Der Duft aus dem Ofen… nach Zimt, Butter und ein Hauch Vanille. Ich stehe in meiner KĂĽche, wische mir Mehl von den Händen und denke: Das hätte ich mir vor Jahren nicht vorstellen können. Damals habe ich fertige Kekse gekauft, gerade vor Weihnachten.
Packungen mit Zutatenlisten, die ich kaum entziffern konnte und nach dem Verzehr habe ich mich oft schwer und unzufrieden gefĂĽhlt.
Heute geht es mir bei diesem Thema um etwas anderes: nicht um Verzicht, sondern um eine gesunde Ernährung, die sich alltagstauglich anfühlt und zu mir passt. Und genau darum soll es hier in diesem Beitrag gehen, ehrlich und nachhaltig, aus meiner eigenen Erfahrung. Backen mit wenig Zucker.

Die Ausgangslage: zu süß, zu viel, zu selbstverständlich

Vor rund sechs Jahren habe ich begonnen, meine Ernährung grundlegend zu überdenken. Nicht, weil ein Arzt es mir verordnet hätte, sondern weil ich selbst gemerkt habe, dass etwas nicht stimmte. Ich habe damals Zucker schlechter vertragen und mein HbA1c Wert war gerade so noch ok.
Kennst du das vielleicht auch? Dieses Gefühl, bei dem du merkst, dass etwas sich verändert und Du es noch nicht genau einordnen kannst. Aber schon merkst, dass es sinnvoll wäre genauer hinzuschauen?

Ich will an dieser Stelle ehrlich sein: Ich hatte keinen dramatischen Wendepunkt, keinen einzelnen Tag, an dem sich alles änderte. Es war eher ein langsames Aufwachen. Ich habe angefangen, Zutatenlisten zu lesen, und war überrascht, wie oft Zucker – unter den unterschiedlichsten Namen – ganz oben auftauchte. Das war für mich der Anstoß, mich näher mit dem Thema zu beschäftigen, auch beruflich als Heilpraktikerin und Ernährungsberaterin.
Fachgesellschaften wie die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfehlen gemeinsam mit der Deutschen Adipositas-Gesellschaft und der Deutschen Diabetes Gesellschaft, nicht mehr als zehn Prozent der täglichen Energiezufuhr aus freiem Zucker zu beziehen. Bei einer durchschnittlichen Energiezufuhr von etwa 2000 Kilokalorien entspricht das ungefähr 50 Gramm am Tag – eine Menge, die sich schneller füllt, als man denkt, wenn man bedenkt, wie viel Zucker sich in Gebäck, Frühstücksflocken oder Fertigsaucen versteckt. Diese Empfehlung war für mich kein Grund zur Panik, sondern eher ein nüchterner Kompass: Ich sollte bewusster hinschauen.

RĂĽckblickend erinnere ich mich noch gut an einen Nachmittag: Ich saĂź am KĂĽchentisch, hatte eine Packung Kekse vor mir und habe gelesen, wieviel Zucker da enthalten war.
Muss das wirklich so süß sein, damit es schmeckt? Diese Frage war der eigentliche Ausgangspunkt meiner ganzen Reise: Gibt es nicht eine Möglichkeit, dass Kekse und Gebäck nicht nur süß sondern gehaltvoll schmecken?

Was mir außerdem aufgefallen ist: Viele Menschen, mit denen ich später beruflich zu tun hatte, beschrieben ein sehr ähnliches Gefühl. In Gesprächen tauchte immer wieder dieselbe Formulierung auf – das Gefühl, „ständig gegen sich selbst anzukämpfen“, wenn es um Süßes geht. Dieses Ringen zwischen Genuss und schlechtem Gewissen, kenne ich also nicht nur aus der Theorie, sondern auch aus eigenem Erleben. Und genau deshalb wollte ich für mich einen Weg finden, der sich nicht wie ein ständiger Kampf anfühlt, sondern wie eine gesunde Gewohnheit, selber trägt.
Ich kannte solch ein Gefühl schon aus meiner Yogalehrerausbildung. Ich fing an, von mir aus mehr Wasser zu trinken und mich gesünder zu ernähren, weil es sich auch immer besser angefühlt hat und ich nichts anderes mehr wollte.

Was ich verändert habe – und warum

Am Anfang habe ich mir vorgenommen, radikal auf Zucker zu verzichten. Das hat auch eine Weile gut funktioniert. Aber als es dann darum ging, Kuchen zu backen, habe ich immer mehr festgestellt, dass es hier auch eine Balance braucht. Also habe ich zum Beispiel für Streussel schon auch Zucker verwendet. Aber größtenteils mit Alternativen gearbeitet.

Konkret sieht das bei mir zum Beispiel beim Backen so aus: Statt 400 Gramm Mehl nehme ich häufig 300 Gramm Mehl und 100 Gramm gemahlene Mandeln. Das macht aber geschmacklich einen spürbaren Unterschied – das Gebäck schmeckt leckerer, nussiger und insgesamt süßer, obwohl ich an der eigentlichen Zuckermenge gar nicht viel verändert habe. Statt Haushaltszucker verwende ich in vielen Rezepten Honig oder Dattelsüße, zum Beispiel Dattelsirup.
Nur bei Streuseln greife ich weiterhin zu etwas Zucker, weil sich das für mich geschmacklich und von der Konsistenz her einfach bewährt hat.
Hier möchte ich der Ehrlichkeit halber eine Sache ergänzen, die mir aus fachlicher Sicht wichtig ist: Auch Honig, Dattelsirup und ähnliche Süßungsmittel zählen laut DGE zu den freien Zuckern und werden vom Körper ganz ähnlich verstoffwechselt wie Haushaltszucker. Sie sind also nicht automatisch die „gesündere“ Alternative im Sinne von weniger Zucker – aber sie bringen oft mehr Eigengeschmack, Mineralstoffe und eine andere Konsistenz mit, wodurch ich am Ende insgesamt weniger Süßungsmittel brauche, um ein zufriedenstellendes Ergebnis zu bekommen. Genau das war für mich der eigentliche Hebel: gesunde, unverarbeitete Alternativen mit mehr Potential was die Nährstoffe angeht.

Diese Herangehensweise deckt sich mit dem, was in der Leitlinie zur Prävention und Therapie der Adipositas als Basis jeder nachhaltigen Ernährungsumstellung beschrieben wird: eine Kombination aus Ernährungsumstellung, mehr Bewegung im Alltag und einer Veränderung von Gewohnheiten – statt kurzfristiger, strenger Diäten. Die Leitlinie betont außerdem ausdrücklich, wie wichtig es ist, Stigmatisierung und Scham beim Thema Gewicht zu vermeiden. Das hat mich in meiner eigenen Erfahrung bestätigt: Sobald ich aufgehört habe, mich für „zu viel Zucker“ zu verurteilen, und stattdessen angefangen habe, neugierig auszuprobieren, wurde die ganze Umstellung leichter und nachhaltiger. Probiere das unbedingt mal aus!

Ein weiteres Beispiel aus meiner privaten Bäckerei: Bei einem klassischen Rührkuchen habe ich irgendwann angefangen, einen Teil der Zuckermenge durch geriebenen Apfel oder zerdrückte reife Banane zu ersetzen. Das bringt nicht nur natürliche Süße mit, sondern hält den Teig auch schön saftig, sodass ich gleichzeitig etwas Fett einsparen konnte, ohne dass der Kuchen trocken wurde.
Bei Zimtschnecken wiederum reduziere ich die Zuckermenge in der Füllung und setze stattdessen stärker auf Zimt selbst, der ja schon von sich aus für ein rundes, warmes Aroma sorgt und die fehlende Süße geschmacklich gut ausgleicht. Im Teig verwende ich statt Zucker lieber Honig. Das funktioniert gut.

Auch beim Thema Fett und Mehl habe ich mit der Zeit dazugelernt. Vollkornmehl oder ein Mix aus hellem und dunklem Mehl gibt Gebäck zum Beispiel mehr Biss und ein kräftigeres Aroma, wodurch die reduzierte Süße weniger auffällt. Nüsse, ob gemahlen oder gehackt, spielen bei mir inzwischen fast überall eine Rolle – nicht nur wegen der Süße, sondern auch, weil sie Sättigung und Geschmackstiefe mitbringen. Wichtig ist mir dabei zu betonen: Das ist kein starres Rezeptsystem, das ich stur befolge, sondern eine Sammlung an Erfahrungswerten, die ich je nach Rezept, Anlass und Lust variiere.

Die Ernährung umzustellen ist kein gerader Weg – meine Erfahrungen

Ich möchte hier nicht den Eindruck erwecken, dass bei mir alles glattgelaufen ist. Es gab Phasen, in denen ich alte Muster wieder aufgenommen habe – Wochen, in denen Stress im Job oder private Themen dazu geführt haben, dass ich abends wieder zur Tüte Chips gegriffen habe, weil das einfach ging. Das ist menschlich, und ich sage das bewusst so offen, weil ich es wichtig finde, kein verzerrtes Bild zu zeichnen. Abnehmen oder eine Ernährung umstellen bedeutet für die meisten Menschen nicht, dass ab einem bestimmten Tag alles nur noch bergauf geht. Es bedeutet oft, gegen eingespielte Gewohnheiten, gegen Stresssignale und manchmal auch gegen die eigene Biologie anzuarbeiten – und das ist kein Zeichen von fehlender Disziplin, sondern schlicht Realität.

Was mir persönlich geholfen hat, mit diesen Rückschlägen anders umzugehen, war die Erkenntnis, dass ein einzelner „schlechter“ Tag nichts an der grundsätzlichen Richtung ändert. Ich sehe einzelne Tage nicht mehr als Erfolg oder Misserfolg, sondern als Teil eines viel längeren Prozesses. Das hat für mich aber viel verändert.

Ich erinnere mich an eine besonders anstrengende Phase vor ein paar Jahren, in der beruflich sehr viel zusammen kam. In dieser Zeit habe ich auch gekaufte Süßigkeiten gegessen, obwohl ich eigentlich wusste, dass mir selbstgebackenes Gebäck mit weniger Zucker besser bekommt und auch besser schmeckt. Ich habe mir dann schon auch Vorwürfe gemacht – bis mir klar wurde, dass ich in dieser Phase schlicht keine Kapazität für zusätzliches Backen und Planen hatte. Stress frisst Energie, und diese Energie fehlt dann oft genau dort, wo man bewusste Entscheidungen treffen möchte.
Statt mich weiter zu verurteilen, habe ich mir irgendwann erlaubt, in stressigen Wochen auch mal auf einfache, fertige Lösungen zurückzugreifen, ohne das gleich als kompletten Rückfall zu werten.

Interessant fand ich auch, wie unterschiedlich sich verschiedene Phasen angefühlt haben. Es gab Monate, in denen mir das zuckerreduzierte Backen richtig leichtgefallen ist – ich hatte Lust auf Experimente, neue Rezepte, neue Kombinationen. Und es gab Phasen, in denen ich froh war, wenn überhaupt etwas Warmes auf dem Tisch stand. Diese Schwankungen als normal zu akzeptieren, statt sie als Beweis für mein eigenes Versagen zu interpretieren, war für mich ein echter Wendepunkt im Umgang mit dem ganzen Thema. Wer seine Ernährung umstellen möchte, sollte meiner Erfahrung nach von Anfang an mit solchen Schwankungen rechnen, statt sich einen geraden Weg vorzustellen, den es in der Realität für die meisten Menschen ohnehin selten gibt.

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Was wirklich geholfen hat

Zutaten für zuckerreduziertes Gebäck.

RĂĽckblickend waren es wenige, aber dafĂĽr wirksame Dinge, die bei mir den Unterschied gemacht haben. Das Wichtigste zuerst: selbst backen statt kaufen.
Sobald ich angefangen habe, Kekse, Kuchen und kleines Gebäck selbst zuzubereiten, hatte ich die Kontrolle über die Zutaten – und ich habe gemerkt, dass mir selbstgebackenes Gebäck inzwischen fast immer besser schmeckt als das gekaufte. Es ist lecker, riecht besser und ich weiß genau, was drin ist. Ich esse inzwischen kaum noch gekaufte Kekse, sondern backe sie mir selbst – und das nicht nur zu Weihnachten. Es gibt so viele Gelegenheiten im Jahr, bei denen sich ein kleines selbstgebackenes Gebäckstück anbietet: ein Sonntagnachmittag, Besuch, oder einfach, weil ich Lust darauf habe.

Der zweite Punkt, der mir sehr geholfen hat, war Bewegung im Alltag – nicht als Sportprogramm mit festen Zielen, sondern als etwas, das sich natürlich in den Tag einfügt. Ein Spaziergang nach dem Mittagessen, das Fahrrad statt des Autos für kurze Strecken, ein paar Minuten Dehnen am Morgen. Diese kleinen Bewegungseinheiten haben mir nicht nur körperlich gutgetan, sondern auch meinen Kopf freier gemacht – und das wiederum hat sich auch auf mein Essverhalten ausgewirkt, weil ich weniger aus Anspannung heraus gegessen habe.

Ein schöner Waldspaziergang statt starrem Sportplan.

Drittens: ich habe gelernt, Geschmack neu zu entdecken. Je weniger stark gesüßtes Essen ich zu mir genommen habe, desto empfindlicher wurde mein Geschmackssinn für Süße. Gebäck, das ich früher als „normal süß“ empfunden hätte, schmeckt mir heute oft zu süß. Das ist keine Willenskraft, sondern schlicht Gewöhnung – und diese Gewöhnung war für mich der eigentliche Schlüssel, warum weniger Zucker im Alltag machbar wurde, ohne dass es sich nach Verzicht angefühlt hat.

Ein vierter Punkt, den ich nicht unterschätzen sollte, war Planung – allerdings ohne starre Regeln. Ich habe angefangen, mir am Wochenende zu überlegen, ob ich in der kommenden Woche wahrscheinlich Lust auf etwas Süßes haben werde, und dann bewusst Zeit zum Backen eingeplant, statt spontan im Supermarkt zu stehen und aus Hunger oder Zeitdruck zur fertigen Packung zu greifen. Das klingt banal, hat aber einen großen Unterschied gemacht: Wenn selbstgebackenes Gebäck bereits da ist, fällt die bewusste Entscheidung automatisch leichter, weil ich gar nicht erst zwischen „nichts“ und „gekauft“ wählen muss.

Fünftens hat mir geholfen, mich nicht mit anderen zu vergleichen. In meinem Umfeld gab es Menschen, die von jetzt auf gleich komplett auf Zucker verzichtet und das offenbar mühelos durchgehalten haben. Früher hat mich das eher entmutigt, weil ich dachte, bei mir müsste das genauso funktionieren. Heute weiß ich: Jeder Körper, jeder Alltag und jede Beziehung zum Essen ist unterschiedlich. Was bei der einen Person funktioniert, muss bei einer anderen nicht genauso funktionieren – und das ist völlig in Ordnung.

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💚 Ein wichtiger Hinweis: Wenn Essen, Gewicht oder Kontrolle in deinem Leben sehr viel Raum einnehmen, wenn du Mahlzeiten regelmäßig auslässt, dich nach dem Essen schämst oder dein Essverhalten dich insgesamt belastet, dann hol dir bitte Unterstützung. Das ist kein Zeichen von Schwäche, sondern ein wichtiger und mutiger Schritt. Anlaufstellen in Deutschland sind zum Beispiel das BZgA-Beratungstelefon zu Essstörungen unter 0221 892031, der Verein ANAD e.V. sowie der Bundesfachverband Essstörungen (bfe-online.de).

Was ich anderen sage, wenn sie mich fragen

Wenn Patienten oder Freundinnen mich fragen, wie ich mein Essen umgestellt habe, sage ich immer als Erstes: Es braucht nicht viel Zucker, damit ein Kuchen oder Kekse wirklich lecker schmecken. Diesen Satz meine ich ernst, weil er mir selbst am Anfang schwer zu glauben fiel. Ich dachte, weniger Zucker bedeutet automatisch weniger Genuss. Das Gegenteil war der Fall: Sobald ich angefangen habe, mit Mandeln, Nüssen, reifem Obst und ein wenig Honig oder Dattelsüße zu arbeiten, habe ich Gebäck entdeckt, das für mich tatsächlich besser schmeckt als viele gekaufte Alternativen.

Oft merke ich in Gesprächen, dass Menschen zunächst skeptisch sind, weil sie befürchten, zuckerreduziertes Gebäck schmecke automatisch fad oder „nach Verzicht“. Ich verstehe diese Sorge gut, weil ich sie selbst hatte. Meine Antwort darauf ist immer dieselbe: einfach ausprobieren, mit einem einzigen Rezept anfangen, das man ohnehin gerne backt, und dort Schritt für Schritt die Zuckermenge etwas reduzieren oder ersetzen. So lässt sich in der eigenen Küche ganz praktisch erleben, ob und wie gut das für den eigenen Geschmack funktioniert, statt sich nur auf die Erfahrung anderer zu verlassen.

Das Zweite, was ich weitergebe, ist eine Warnung vor dem Alles-oder-nichts-Denken. Wer seine Ernährung umstellen möchte, muss nicht von heute auf morgen perfekt sein. Bei mir hat sich über Monate hinweg Stück für Stück etwas verändert – ein Rezept hier, eine neue Gewohnheit dort. Diese Langsamkeit war kein Nachteil, sondern der Grund, warum die Veränderung geblieben ist, statt nach ein paar Wochen wieder zu verschwinden, wie es bei strengeren Ansätzen bei mir früher oft der Fall war.

Ernährung umstellen bedeutet auch: sich selbst gegenüber freundlich bleiben:

Und das Dritte, was ich betone: Der eigene Körper und das eigene Gewicht sind keine Bewertungsgrundlage. Es geht nicht darum, „Problemzonen“ zu bekämpfen, sondern darum, sich insgesamt wohler und gesünder zu fühlen. Diese Haltung nimmt viel Druck aus dem Prozess – und macht es paradoxerweise leichter, dranzubleiben.

Ich sage außerdem oft, dass es sich lohnt, sich selbst gute Fragen zu stellen, statt sich strenge Regeln aufzuerlegen. Fragen wie: Worauf habe ich gerade wirklich Appetit – auf etwas Süßes, oder eher auf eine Pause, ein Gespräch, einen Moment für mich? Nicht jedes Verlangen nach Süßem hat mit Hunger zu tun, und das zu erkennen, braucht Übung und Geduld mit sich selbst. Bei mir hat es geholfen, mir diese Fragen nicht als Kontrollinstrument, sondern als neugierige Selbstbeobachtung vorzustellen – ohne Bewertung, einfach als ein ehrliches Hineinspüren.

Ein letzter Gedanke, den ich gerne weitergebe: Backen mit weniger Zucker hat für mich über die Zeit eine zusätzliche Bedeutung bekommen, die über die reine Ernährung hinausgeht. Es ist für mich zu einer Art Ritual geworden – ein Moment, in dem ich mir bewusst Zeit nehme, mit den Händen arbeite und nicht nebenbei etwas anderes mache. Dieser Aspekt der Achtsamkeit war am Anfang gar nicht mein Ziel, hat sich aber als einer der schönsten Nebeneffekte der ganzen Umstellung herausgestellt.

⚖️ Haftungshinweis: Dieser Artikel ersetzt keine medizinische oder ernährungsmedizinische Beratung. Bei Vorerkrankungen, Medikamenteneinnahme, in Schwangerschaft oder Stillzeit sowie bei starkem Über- oder Untergewicht solltest du deine Ernährung nur in Absprache mit einer Ärztin, einem Arzt oder einer qualifizierten Ernährungsfachkraft umstellen. Ergebnisse sind individuell verschieden und lassen sich nicht garantieren.

Meine Empfehlungen, die mich im Alltag begleiten

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Dattelsirup

Dattelsirup gehört bei mir zu den Süßungsmitteln, die ich am häufigsten benutze, weil er einen kräftigen Eigengeschmack mitbringt und dadurch oft weniger Menge braucht als reiner Zucker. Wichtig ist mir hier trotzdem, ehrlich zu bleiben: Auch Dattelsirup zählt zu den freien Zuckern und ist keine kalorienfreie Alternative. Für mich ist er vor allem wegen des Geschmacks und der Konsistenz eine gute Ergänzung.

Geeignet für alle, die gerne selbst backen und nach einer geschmackvollen Alternative zu weißem Zucker suchen. Ein ehrliches Wort: Dattelsirup ist nicht per se „gesünder“, sondern einfach eine andere, vielseitig einsetzbare Süße.

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Zuckerfrei-Backbuch fĂĽr Einsteiger

Gerade am Anfang meiner eigenen Umstellung hätte ich mir ein Backbuch mit fertig durchdachten, zuckerreduzierten Rezepten gewünscht, statt alles selbst auszutüfteln. Ein solches Buch nimmt genau diese Anfangsarbeit ab und liefert eine große Auswahl an Rezeptideen zum Nachbacken.

Geeignet für alle, die gerade erst anfangen, ihre Ernährung umzustellen, und eine übersichtliche Rezeptsammlung als Startpunkt suchen. Ehrliches Wort: Ein Buch ersetzt kein eigenes Ausprobieren, gibt aber eine gute Orientierung.

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Ruhige Momente gehören für mich genauso dazu.
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Häufige Fragen

FĂĽr wen ist zuckerreduziertes Backen geeignet?

Grundsätzlich für alle, die Lust haben, ihren Konsum etwas bewusster zu gestalten – unabhängig davon, ob es dabei ums Abnehmen geht oder einfach um mehr Genuss ohne den typischen „Zuckerkick“. Auch wer seine Ernährung umstellen möchte, ohne dabei auf selbstgebackenes Gebäck zu verzichten, findet hier einen guten Einstieg. Wichtig ist: Wer eine Erkrankung wie Diabetes hat, Medikamente einnimmt oder schwanger ist, sollte größere Ernährungsumstellungen vorher ärztlich oder mit einer Fachkraft besprechen. Für gesunde Erwachsene ohne besondere Vorerkrankungen ist ein bewussterer Umgang mit Zucker im Alltag in aller Regel unproblematisch und kann, wie in meinem eigenen Fall, gut in den Alltag integriert werden. Auch für Familien mit Kindern kann zuckerreduziertes Backen ein guter Einstieg sein, weil sich Kinder von klein auf an weniger intensive Süße gewöhnen können, wenn das behutsam und ohne Druck geschieht.

Was, wenn ich trotz Ernährungsumstellung nicht abnehme?

Das ist eine berechtigte und wichtige Frage, die ich ernst nehme. Gewicht hängt von sehr vielen Faktoren ab – Schlaf, Stress, Bewegung, individuelle Voraussetzungen und noch einiges mehr – und lässt sich nicht allein über eine reduzierte Zuckermenge steuern. Wenn du deine Ernährung umstellst und dein Gewicht sich nicht wie erhofft verändert, ist das kein Versagen. Es kann sinnvoll sein, sich dann fachliche Unterstützung zu holen, um gemeinsam herauszufinden, welche weiteren Stellschrauben für dich persönlich relevant sein könnten. Ich möchte hier bewusst keine Erfolgsgarantie geben, weil individuelle Ergebnisse sich einfach unterscheiden.

Wie bleibe ich langfristig dran?

Aus meiner eigenen Erfahrung hilft es enorm, kleine statt große Schritte zu gehen. Wer von jetzt auf gleich komplett auf Zucker verzichten will, läuft eher Gefahr, nach kurzer Zeit wieder aufzugeben – das habe ich selbst erlebt. Realistischer ist es, sich einzelne Rezepte oder Gewohnheiten vorzunehmen und diese Schritt für Schritt in den Alltag einzubauen. Auch das Verständnis, dass Rückschläge dazugehören und nichts über den langfristigen Erfolg aussagen, hat mir persönlich sehr geholfen, dranzubleiben, statt bei jedem Ausrutscher wieder ganz von vorn anzufangen. Hilfreich war für mich außerdem, mir feste kleine Rituale zu schaffen, etwa den Backnachmittag zum Wochenende, statt mich jede Woche neu motivieren zu müssen – aus einer bewussten Entscheidung wurde so mit der Zeit eine ganz selbstverständliche Gewohnheit.

Muss ich um gesund abnehmen zu können ohne Diät komplett auf Süßes verzichten?

Nein, aus meiner Sicht und Erfahrung nicht. Kompletter Verzicht führt bei den meisten Menschen, mich eingeschlossen, eher zu Heißhunger und Frust als zu dauerhaftem Erfolg. Es geht viel mehr darum, die Menge und die Qualität des Zuckers im Alltag bewusster zu gestalten, statt ihn komplett zu verbannen. Gerade beim Backen mit weniger Zucker habe ich gemerkt, dass sich Genuss und ein bewussterer Umgang mit Zucker gut miteinander vereinbaren lassen, wenn man sich nicht unter Druck setzt.

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Ăśber Vivien

Vivien ist Heilpraktikerin und Ernährungsberaterin und beschäftigt sich seit vielen Jahren mit dem Thema Ernährungsumstellung im Alltag. In ihren Erfahrungsberichten schreibt sie offen über eigene Rückschläge und darüber, wie gesund abnehmen ohne Diät für sie in der Praxis aussieht – ohne Versprechen, dafür mit ehrlichen Einblicken.

 

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